Was bedeutet Cocooning überhaupt? Cocooning, (dt. verpuppen) wurde besonders von Trendforschern eine scheinbare Tendenz zu Beginn des 21. Jahrhunderts bezeichnet, sich vermehrt aus der Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in das häusliche Privatleben zurückzuziehen.
Was hat das mit dem Konsumverhalten zu tun? Zwar stöhnen zwei Drittel der Bevölkerung über steigende Preise und die schlechtere Wirtschaftslage, aber dass sie deswegen jetzt weniger einkaufen, verneinen ebenso viele von ihnen.
Thomas Harms, Experte für Einzelhandel bei Ernst & Young sagt: „Die Befragung der Käufer zeigt, dass Qualität noch nie so hoch in der Gunst der Verbraucher stand, wie in diesem Jahr.“ Weiter sagt er: „Deutsche Kunden werden eher die ein oder andere größere Anschaffung zurückstellen und vorerst auf ein neues Auto oder Sofa verzichten. Aber dass sie anfangen, bei den Lebensmitteln zu knausern, sehe ich nicht. Mit 20 Cent weniger für die Butter kriegen sie keine großen Einsparungen geschafft.“
Die Konsumenten achten wohl vermehrt auf den Preis und kaufen bei Sonderangeboten, aber sie kaufen die gleichen Produkte, die bisher auf den Tisch kamen. „Man kauft dieselbe Butter, aber man holt sie lieber bei LIDL als bei Edeka“, so Peter Schommer, Experte für Konsum und Partner bei Ernst & Young. Erste Umsatzstatistiken lassen darauf schließen, dass die Billigmärkte auch diesmal die ersten Gewinner der Krise sein werden.
Es ist also eher so, dass man bei den Marken bleibt, aber bei der Wahl der Einkaufsstätte nicht mehr so loyal ist.
Bisher war der Konsument in jeder Krise bereit, sich einen kleinen Luxus zu gönnen, daher gehörten die Süßwaren- und Schokoladenindustrie bisher immer zu den „Krisenversüßern“.
Natürlich gibt es also Auswirkungen auf das Konsumverhalten, aber Fazit ist: Gerade Markenware erlebt in Krisenzeiten einen Aufschwung und manche Branchen profitieren sogar von der Krise.
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